Die Verlassenen Lande

Hoch oben im Norden der Welt, liegt das Skjoldland. Dort, in grausamer Kälte und kargem Ödland, leben wilde Barbarenstämme. Gefährliche Krieger sind diese Skjolden und mit ihren Drachenbooten segeln sie über die Meere, um in anderen Ländern zu brandschatzen und zu rauben.
Und so landen ihre Schiffe auch manchmal an der Küste südlich des Rachens.
Dort lag einst das Königreich Feriath, oder auch Weidland genannt. Durch die Untiefen des Rachens und des Rabenmoors vor den Barbarenstämmen des Nordens geschützt, wuchs dort das Königreich Feriath lange Zeit unter der gerechten Herrschaft von König Bjorn.

Westlich von Feriath, jenseits der großen Flüsse, liegt die wohlhabende Hansestadt Saedisfjord, damals durch den obersten Kaufmann Erik Roaldson regiert. Die Reichtümer dieses einen Kaufmanns waren unermesslich und doch konnte kein Gold seine Gier stillen. Und so schickte Erik seine Truppen gegen Feriath. Die Weidländer waren mutige Krieger, jedoch konnte sich Erik viele Söldner leisten, weshalb die Weidländer unterlegen waren.
Also schickte König Bjorn, Botschaft in das Skjoldland. Es war bekannt, dass der Häuptlingssohn der Brangar (ein Stamm der Skjolden) schon lange nach einer Frau suchte. Also versprach König Bjorn, ihm dafür seine jüngste Tochter Finja. Im Gegenzug sollten die Skjolden, die Weidländer im Krieg gegen Saedisfjord unterstützen.

Die Skjolden stimmten zu und ein Tross mit Schätzen und der Prinzessin Finja, machte sich auf nach Norden. Der Häuptlingssohn ritt ihnen entgegen, um sie im Rabenmoor zu treffen.
Doch als nach mehreren Wochen keine Kunde und keine Verstärkung kam, sprach man von Verrat. Die Skjolden sollten angeblich den Schatz geraubt und die Prinzessin entführt haben. Die Skjolden  hingegen behaupteten, dass der Häuptlingssohn nie zurückgekehrt sei und gaben die Schuld den Weidländern. Einer warf dem anderen Verrat und Betrug vor. Doch so oder so war es für Feriath zu spät. Die Truppen von Saedisfjord marschierten ein und unterwarfen Feriath. König Bjorn ging ins Exil, um seine Tochter zu suchen. Und von diesem Tage an, ward er nie wieder gesehn.

Doch als Feriath in der Hand von Saedisfjord lag, war die Gier von Erik Roaldson immer noch nicht gestillt. Er befahl in Feriath eiligst Truppen auszuheben. Jeder waffenfähige Mann wurde zwangsrekrutiert und eine gewaltige Armee marschierte gegen das Skjoldland durch das Rabenmoor. Doch durch dieses Moor führte nur ein schmaler Pfad, welcher die vielen Karren sicher tragen konnte und nur wenige Schritt weiter ab des Weges lauerte der Tod.
Nicht nur, dass der tückische Sumpf einen gerüsteten Mann in nur wenigen Augenblicken verschlingen konnte, so sprach man auch von Hexen und bösen Wesen, welche in den nebelverhangenen Sümpfen hausten.
Vor der Südbarrikade Schlug man das Lager auf. Bereits des Nachts hörte man angsterfüllte Schreie, von denen, die das Rabenmoor geholt hatte. Die Belagerung dauerte viele Wochen und beide Heere waren zermartert von blutiger Schlacht und der Boshaftigkeit ihrer Umgebung.
Also befahlen die Offiziere von Saedisfjord einen letzten Ansturm. Doch waren schon viele Söldner desertiert und so sahen die Weidländer ihre Chance gekommen und griffen ihre Herren an und auch die Skjolden machten einen letzten Ausfall. Ein grausames Gemetzel nahm seinen Lauf, bis die letzten verblieben Soldaten Saedisfjords nach Süden flohen.
Die Weidländer und Skjolden lieferten sich, fest im Glauben vom jeweils anderen verraten worden zu sein, eine letzte blutige Schlacht, die weder Weidländer noch Skjolde überleben sollte.

Nur wenige Soldaten von Saedisfjord schafften es wieder nach Feriath und obgleich sie der Schlacht im Rabenmoor entgangen waren, entkamen sie nicht den rachsüchtigen Klingen der hinterbliebenen Familen der Weidländer.
Doch ihre toten Leiber trugen den schwarzen Tod in sich und so tobte in Feraith noch lange Zeit die Pest. Das Land war wie leergefegt und ohne Führung. Viele der noch lebenden flohen nach Süden,
oder schlossen sich zu marodierenden Räuberbanden zusammen. Dies war der Fall des Königreichs Feriath und ab da nannte man das Weidland nur noch; Die Verlassenen Lande.

Dieses grausame Unglück kam Saedisfjord teuer zu stehen. Viele Handelspartner und Verwandte hatten in Feriath und im Skjoldland gelebt. Ganz zu schweigen von all den toten Soldaten die zu beklagen waren und den horrenden Ausgaben für die Söldnertruppen. Man hatte an Reichtum und Ansehen verloren. Also wurde der Kaufmann Erik Roaldson auf ewig verbannt und in die verlassenen Lande gejagt.
In Saedisfjord wurde ein Rat gegründet aus Kaufleuten, Handwerkern, Seemännern, Skjolden und Weidländern. Dieser sollte fortan die Hansestadt gemeinsam regieren und den Frieden sichern.
Den Weidländern wurde die Seestadt im Süden gegeben und sie nannten das Land östlich des großen Sees „Neu Feriath“.
Ihre alte Heimat war aber verloren.

Doch nun nach 20 Jahren, richtet der Rat von Saedisfjord seine Blicke wieder gen Osten. Und so ist man auf der Suche nach allerlei Abenteurern und mutigen Siedlern, welche sich in die Verlassenen Lande wagen, um dort neu Fuß zu fassen und den Bewohnern in den Grenzdörfern beizustehen.

Religion und Glaube
Das Weidland war schon immer ein Schmelztiegel für verschiedene Religionen.
Aus der Hansestadt Saedisfjord kam der Glaube an die Meeresgöttin Saedis.
Aus dem Skjoldland der Glaube an die Götterfamilie; Koris der Gott der Schlachten, Yrsa die  Göttermutter, Askir Gott des Waldes und Livia der Göttin der Feierei.
Die meisten Weidländer verehren allerdings keinen bestimmten Gott. Sie ehren die Geister des Waldes, der Flüsse, des Wetters... eben alles was sie umgibt.
Jedes Dorf hat so seine eigenen Geister und Fabelwesen die es fürchtet, achtet und ehrt.

Ebenfalls hat man großen Respekt vor dem Tod, sowie vor dem Umgang mit den Verstorbenen.
Jeder Friedhof ist eine heilige Stätte. In der Mitte steht zumeist eine große Schale in welche man kleine Opfergaben legt. Jeder Wandersmann kann sich aus dieser Schale bedienen. Allerdings soll er sich nur soviel nehmen wir er unbedingt braucht und immer einen Teil für die Toten lassen. Wer dies nicht tut, zieht ihren Zorn auf sich. Wer sich aber an die Tradition hält, dem stehen die Geister der Verstorbenen helfend zur Seite.